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Bandweberei

Ebenso wie das Pfefferküchlerhandwerk und die Töpferei hat die Weberei das Wirtschaftsleben in Pulsnitz seit vielen Jahrhunderten mitbestimmt. Dies ist im Innungsstatut von 1597 und im Leinweber-Lehrbrief von 1618 nachgewiesen. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurde reger Leinwandhandel auch außerhalb Sachsens betrieben, ja sogar bis England.

Das Bandmachen in Pulsnitz wurde vor 1700 urkundlich erwähnt und es erfolgte vorwiegend in Heimarbeit. Nach 1750 entstanden zahlreiche Manufakturen, in denen auf Mühl- und Trittstühlen leinene und wollene Bänder verschiedenster Art gefertigt wurden. Bis 1990 waren die Pulsnitzer Betriebe führend in der Herstellung von Bändern, deren Palette alle Bandarten umfasste (Geschenkband, Gummiband, Autogurte, Gürtel, Träger und vieles mehr).

Der VEB Bandtex galt als größter Arbeitgeber der Region mit 4500 Beschäftigten, Exportgeschäfte florierten weltweit. Die Band- und Textilherstellung beflügelte auch den hiesigen Maschinenbau. Heute existieren nur noch zwei der historischen Firmen dieser traditionellen Branche mit kleiner Belegschaft. Eine neue Firma stellt erfolgreich Kletten-Haftverschluss-Systeme her.